Praktische Informatik
Du interessierst dich für Computer, Technik und Mathe? Dann ist der Schwerpunkt „Praktische Informatik“ am Beruflichen Gymnasium vielleicht genau das Richtige für dich!
Dieser Schwerpunkt ist ideal für dich, wenn du:
Spaß an Mathe und Naturwissenschaften hast,
gerne am Computer arbeitest – nicht nur zum Zocken, sondern auch kreativ und konstruktiv,
wissen willst, wie Computer und Programme wirklich funktionieren,
logisch denken kannst und gerne knifflige Probleme löst.
Was erwartet dich?
Du lernst, wie Computer aufgebaut sind, wie Software entsteht und wie man eigene Programme entwickelt. Dabei bekommst du nicht nur eine super Grundlage für ein späteres Studium oder eine Ausbildung im IT-Bereich – auch für andere technische Studiengänge wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Mechatronik bist du damit bestens vorbereitet.
Klingt spannend?
Dann könnte das Berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Praktische Informatik dein Weg zum Abitur sein – mit besten Chancen für deine Zukunft!
Zugangsvoraussetzungen
Wie kommst du ins Berufliche Gymnasium?
Du kannst in die Einführungsphase aufgenommen werden, wenn du eine der folgenden Voraussetzungen erfüllst:
Du wirst in die gymnasiale Oberstufe versetzt (z. B. vom Gymnasium oder einer Gesamtschule),
oder
Du hast einen Realschulabschluss mit guten Noten, also:
In Deutsch, Englisch, Mathe und einer Naturwissenschaft darf die Notensumme höchstens 11 betragen (z. B. 3+3+3+2).
In den anderen Fächern brauchst du im Schnitt bessere Noten als 3,0.
Fremdsprachen:
Du kannst eine zweite Fremdsprache (z. B. Spanisch oder Russisch) neu beginnen.
Latein wird angeboten, wenn du das Latinum machen möchtest.
Alter:
Du darfst höchstens 18 Jahre alt sein, wenn du startest.
Wenn du 19 oder älter bist, brauchst du eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Ab 21 Jahren entscheidet die Schulaufsicht, ob du aufgenommen werden kannst.
Unterrichtsinhalte
Die Unterrichtsinhalte des beruflichen Schwerpunkts Datenverarbeitungstechnik umfassen eine große Vielfalt:
Java-Programmierung,
Netzwerktechnik,
Betriebssysteme,
Datenbanken,
Web-Entwicklung, -Programmierung und -Design
und vieles mehr.
Die Inhalte verlangen ein konstruktives, kreatives Arbeiten am PC sowie Interesse und Begabung für abstrakte Fragestellungen.
Im Unterricht arbeitest du mit deinem eigenen Laptop. In der Einführungsphase hast du 10 Stunden pro Woche Unterricht im Schwerpunkt „Praktische Informatik“. Ab der Qualifikationsphase (also ab der 12. Klasse) geht es weiter mit 5 Stunden Leistungskurs und zusätzlich 4 Stunden Grundkurs pro Halbjahr – ab dem dritten Halbjahr sind es dann 3 Stunden Grundkurs.
Das Kerncurriculum findest Du hier:
Leistungskurse
E1 Strukturiertes Problemlösen 1
E2 Strukturiertes Problemlösen 2
Q1 Objektorientierte Softwareentwicklung
Q2 Datenbanksysteme
Q3 Datenkommunikation
Q4 Softwaretechnische Projekte
Grundkurse
E1/E2Technische Kommunikation und Datenverarbeitung
E1/E2 Informationsverarbeitung in IT-Systemen
Q1 Betriebssysteme
Q2 Software-Engineering (eGK)
Q2 Vernetzte Systeme
Q3 Prozessautomatisierung
Q4 Webdesign und Webanwendungen
Die Leistungskurse im Schwerpunkt Praktische Informatik
Objektorientierte Programmierung– Programmieren wie die Profis!
In diesem Kurs lernst du, wie moderne Software aufgebaut ist. Statt einfach nur Code zu schreiben, entwickelst du Programme mit klarem Aufbau und Wiederverwendbarkeit – genau wie in echten IT-Projekten.
Was erwartet dich?
Du lernst die wichtigsten Konzepte der objektorientierten Programmierung kennen, z. B.:
Vererbung (wie Eigenschaften von Klassen weitergegeben werden),
Polymorphismus (wie Objekte unterschiedlich reagieren können),
und vieles mehr!
Du arbeitest mit UML-Diagrammen, um deine Programme zu planen – z. B.:
Klassendiagramme,
Objekt- und Sequenzdiagramme,
Use-Case-Diagramme.
Außerdem bekommst du einen Einblick in Datenstrukturen und Algorithmen – also wie man Daten clever organisiert und Probleme effizient löst.
Beispiel-Code objektorientierte Programmierung
Beziehungen zwischen Klassen und Objekten
UML-Diagramme
Datenstrukturen
Beispiel verkettete Liste
Datenbanken
Was haben Netflix, Online-Shops und Schulverwaltungen gemeinsam?
Sie alle nutzen Datenbanksysteme – und genau darum geht’s auch bei uns im Kurs Datenbanken.
Datenbanken sind ein zentrales Werkzeug in der IT-Welt. Sie sorgen dafür, dass große Mengen an Daten schnell, zuverlässig und für viele Nutzer gleichzeitig verfügbar sind – egal ob es um Filme, Kundendaten oder Noten geht.
Was lernst du konkret?
Du bekommst einen Einblick in die wichtigsten Bereiche rund um Datenbanken:
Wie man Daten sinnvoll plant und strukturiert (Anwendungsmodellierung mit ERM)
Wie Daten in Tabellen organisiert werden (Relationenmodell)
Wie man Daten abfragt und verändert (mit der Sprache SQL)
Wie man Zugriffe steuert und Daten schützt (Sichten und Datenschutzmechanismen)
Das Beste: Dieses Wissen brauchst du nicht nur in der Informatik, sondern auch in vielen anderen technischen Studiengängen wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsinformatik.
Wir arbeiten mit Access, MySQL und Java.
ERM Seminar
Relationenmodell
SQL Beispiel
Java und SQL
Datenkommunikation
Wie reden Computer eigentlich miteinander?
Im Kurs Datenkommunikation findest du es heraus!
Teil 1: Kommunikation über Schnittstellen
Du lernst, wie ein PC über serielle Schnittstellen Daten senden und empfangen kann. Dafür nutzt du fertige Interface-Platinen und Arduino-Boards, mit denen du spannende Projekte steuerst – zum Beispiel:
eine Wetterstation,
Modelle von Fischertechnik,
oder eine Schrittmotorsteuerung.
Du programmierst das Ganze mit Java und bringst so Technik und Software zusammen.
Teil 2: Netzwerke und Chat-Programme
Im zweiten Teil entwickelst du eigene Netzwerkprogramme – zum Beispiel einen Chat, bei dem zwei Computer miteinander kommunizieren. Dabei lernst du, wie Client-Server-Kommunikation funktioniert – ein Prinzip, das hinter fast jeder App und Website steckt.
Ausschnitt Sequenzdiagramm
Ausschnitt Java Client-Server-Programmierung
Softwaretechnische Projekte
In diesem Kurs bringst du alles zusammen, was du bisher gelernt hast: Programmierung, Datenübertragung und Datenbanken. Du arbeitest an echten Projekten, bei denen du z. B. eine Website mit Datenbankanbindung entwickelst – ganz so, wie es auch in der Praxis gemacht wird.
Was erwartet dich?
Du lernst, wie das Internet als riesiges Informationssystem funktioniert und wie man moderne Webanwendungen erstellt. Dabei nutzt du verschiedene Technologien wie:
HTML & CSS – für das Design deiner Website,
JavaScript & jQuery – für interaktive Elemente,
PHP & SQL – um Daten aus einer Datenbank zu holen und zu verarbeiten.
Warum ist das wichtig?
Weil du damit nicht nur dein Wissen vertiefst, sondern auch zeigst, dass du komplexe IT-Projekte planen und umsetzen kannst – eine super Vorbereitung für Studium, Ausbildung oder eigene Projekte.

Perspektiven
Und was kommt nach dem Abi?
Wenn du dein Abitur nicht einfach nur mit klassischen Fächern machen willst, sondern dich für Technik und Informatik interessierst, bist du im Beruflichen Gymnasium – Schwerpunkt Praktische Informatik genau richtig!
Mit dem Abitur stehen dir alle Wege offen:
Du kannst an allen Universitäten und Fachhochschulen studieren – besonders gut vorbereitet bist du natürlich auf ein Informatikstudium. Aber auch andere technische Studiengänge wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsinformatik passen super.
Und falls du lieber direkt in die Praxis willst:
Mit dem Abi hast du beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz, zum Beispiel als Fachinformatiker/in. Einige unserer Absolventinnen und Absolventen entscheiden sich auch für ein Duales Studium im Bereich Informatik – dabei studierst du und arbeitest gleichzeitig in einem Unternehmen. Das Beste: Du verdienst von Anfang an Geld - und musst dir oft keine Sorgen um Studiengebühren machen, da viele Unternehmen diese übernehmen.






