Nachhaltigkeitswoche 2025: Exkursion der Biologielaboranten in den Hatzbacher Forst und das Moorgebiet bei Hatzbach
Am Montag, den 23. Juni 2025, unternahm die Klasse 10 BLL (1. Ausbildungsjahr Biologielaboranten) der Adolf-Reichwein-Schule Marburg im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche eine spannende Exkursion in den Hatzbacher Forst und das angrenzende Moorgebiet. Begleitet wurde die Klasse von ihrem Lehrer Herrn Schmidt sowie den Förstern Florian Zilm und Annika Wilbers vom Forstamt Kirchhain. Die ganztägige Exkursion bot den Auszubildenden vielfältige Einblicke in nachhaltige Forstwirtschaft, Botanik und Umweltanalytik.
Im Hatzbacher Forst stand zunächst die Bestimmung heimischer Baumarten auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler vertieften ihr Wissen über die Botanik des hessischen Waldes, lernten verschiedene Baumarten sicher zu erkennen und erfuhren Wissenswertes zur Nutzung der Bäume. Besonders beeindruckend für die Berufsschulklasse war die Information, dass eine Eiche 600 bis 800 Jahre alt wird und erst nach etwa 350 Jahren „geschlagen“ wird. Dieses Beispiel verdeutlichte den Schülern eindrücklich die langfristige Perspektive und Verantwortung in der Forstwirtschaft.
Förster Florian Zilm erläuterte anschließend die Bedeutung nachhaltiger Forstwirtschaft als eine Aufgabe, die über Generationen hinweg wirkt. Die heutigen Maßnahmen, wie der gezielte Umbau des Waldes, dienen dazu, den Wald widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen – ein Prozess, dessen Erfolge erst zukünftige Förstergenerationen erleben werden. Im Rahmen des Spiels „Una Sylva“ konnten die Schülerinnen und Schüler anschließend spielerisch erfahren, wie nachhaltiges Wirtschaften im Wald funktioniert und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind.
Im nachfolgenden Besuch des Moorgebiets führten die Auszubildenden Wasseranalysen durch. Dabei wurden pH-Werte sowie die Konzentrationen von Ammonium, Phosphat und Nitrat an drei verschiedenen Standorten – im Moor, im Bach und in einem Erlenbruchwald – gemessen, verglichen und interpretiert. Zudem entnahmen die Förster für die Schüler Bodenhorizonte, um gemeinsam mit den Schülern die Beschaffenheit des Bodens an den drei Standorten vergleichend zu untersuchen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Erörterung der Möglichkeiten zur Wiedervernässung alter Moorgebiete. Die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz wurde dabei besonders hervorgehoben: Auf gleicher Fläche binden Moore deutlich mehr CO2 als Wälder, was ihre Erhaltung und Renaturierung zu einem wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel macht.