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Datum: 03.02.12

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BTA (Biologisch-Technische/r Assistent/in) - ein Ausbildungsberuf an der ARS in Marburg stellt sich vor

Als BTA bereitet man Versuche mit Tieren, Pflanzen, Zellkulturen und Mikroorganismen vor und führt diese durch. Sie überwachen Versuchsabläufe, dokumentieren die Ergebnisse und werten diese aus. BTAs sind oft in Forschungsinstituten tätig, besonders in den Bereichen Naturwissenschaften, Medizin oder Umwelt. Ebenso arbeiten sie in Unternehmen der chemischen, Lebensmittel- oder pharmazeutischen Industrie.


Die schulische Ausbildung dauert in der Regel zwei Schuljahre. In dieser Zeit wird man in viele Themengebiete der Biologie und Chemie eingeführt. Der Unterricht wird in Theorie und praktische Laborarbeit unterteilt. Es finden außerdem verschiedene Projekte und ein Betriebspraktikum statt. 



Bewerbung

Eine formlose Bewerbung unter Vorlage des Halbjahreszeugnisses sollte in der Regel bis Februar vorliegen.

  1. Lebenslauf und Bildungsgang in tabellarischer Form,
  2. das letzte Schulzeugnis in beglaubigter Abschrift oder in beglaubigter Kopie und
  3. bei minderjährigen Bewerberinnen und Bewerber die Einverständniserklärung der  Erziehungsberechtigten.

Die Ausbildung beginnt jeweils zum Schuljahresbeginn in Hessen.


Voraussetzung

Voraussetzung für den Beginn der Ausbildung zur/zum biologisch-technischen Assistentin/en ist ein mittlerer Schulabschluss, für den man mindestens befriedigende Leistungen in zwei der Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch nachweisen muss und in keinem der genannten Fächer die Leistungen schlechter als ausreichend sein dürfen. (In begründeten Ausnahmefällen können auch Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, die die oben angeführten Voraussetzungen nicht erfüllen,  sofern noch freie Plätze zur Verfügung stehen).
Ein Abschlusszeugnis der zweijährigen Berufsfachschule mit den o. g. Notenbedingungen oder ein Zeugnis der Fachhochschulreife bzw. ein als gleichwertig anerkanntes Zeugnis berechtigen ebenfalls zur Aufnahme. Schüler/innen der Gymnasien müssen die Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 nachweisen. Abiturienten werden ebenfalls gerne für die Ausbildung aufgenommen.


Doppelqualifikation

Im Beruflichen Gymnasium kann nach erworbener Abiturprüfung in den Fachrichtungen "Biologietechnik“ und als Sondermodell an der ARS auch in der Fachrichtung „Chemietechnik" ein Jahr der zweijährigen Berufsausbildung zum Assistenten anerkannt werden. Nach einem weiteren, also einem  "14. Jahr", kann der Berufsabschluss zur/zum staatlich geprüften biologisch technischen Assistentin/en erworben werden.
Dies hat viele Vorteile:

  • Einstieg in ein Studium mit evtl. Anerkennungen von Studienleistungen
  • Stundenweise Arbeiten als BTA zur Finanzierung des Studiums
  • Oder auch direkter Berufseinstieg


Die Zeugnisnoten der Kurse der Einstiegs und Qualifizierungsphase des Beruflichen Gymnasiums werden gemittelt und für das erste Jahr der BTA-Ausbildung angerechnet.


Ausbildung

Die Ausbildung orientiert sich an dem hessischen Schulsystem (Ferien, Unterrichtszeiten).

Da die ARS eine staatliche Schule ist, fällt kein Schulgeld an bis auf 40€ Laborgeld pro Halbjahr.


Übersicht Lernfelder:

Erstes Ausbildungsjahr

1

Labortechnische Grundoperationen durchführen, Lösungen herstellen und Stoffsysteme analysieren

2

Biomoleküle charakterisieren, untersuchen und analysieren

3

Zelluläre Strukturen von Organismen erfassen und cytologische Arbeiten durchführen

4

Pflanzen anatomisch und physiologisch untersuchen

5

Tiere anatomisch, histologisch und physiologisch untersuchen

6

Zell- und Gewebekulturen anlegen

7

Klassische genetische Verfahren anwenden 

8

Ökologische Zusammenhänge erfassen und untersuchen

9

Physikalische und physikalisch-chemische Grundoperationen erfassen und anwenden

10

Physikalische Grundlagen spektroskopischer und elektrochemischer Analyseverfahren erfassen

11

Versuchsdaten erfassen, auswerten und dokumentieren

12

Mathematische Grundoperationen erfassen und anwenden

13

Englisch im berufsbezogenen Kontext verstehen und anwenden

 

Zweites Ausbildungsjahr

14

Stoffe instrumentell analytisch untersuchen

15

Pharmakologische und toxikologische Arbeiten durchführen

16

Molekulargenetische Methoden anwenden

17

Proteinbiochemische und enzymatische Methoden anwenden

18

Biotechnologische Arbeiten durchführen

19

Mikroorganismen kultivieren, isolieren und untersuchen

20

Immunologische und diagnostische Arbeiten durchführen

21

Datenverarbeitungsprogramme in der Biologietechnik anwenden

22

Technische Mathematik in der naturwissenschaftlichen Praxis anwenden

23

Technisches Englisch in der naturwissenschaftlichen Praxis anwenden

24

Projekt: Theoretische und praktische Bearbeitung einer komplexen Aufgabenstellung (am Schulprofil orientiert)

 

Weitere Informationen über den Lehrplan und die Lernfelder und http://berufliche.bildung.hessen.de/p-lehrplaene

 


Labore im NTZ

Die modernen Labore befinden sich nicht direkt auf dem Schulgelände sondern im Naturwissenschaftlichen Technologiezentrum (NTZ) im Stadtwald in Marburg.
Parkplätze und eine gute Busverbindung sind vorhanden.


NTZ
Rudolf-Breitscheid-Straße 24
35037 Marburg



Projekte

1. Gewässeruntersuchung

Das ca. 4wöchige Projekt der Gewässeruntersuchung findet u.a. in der Nähe von Marburg in Roth an der Lahn statt. Hierbei soll die Gewässergüteklasse des Flusses bestimmt werden. Dazu werden Gewässerproben genommen und auf verschiedene biologische und chemische Parameter vor Ort und im Labor untersucht.


Zusätzlich findet zum Abschluss dieses Projektes eine eintägige Kanutour auf der Lahn statt:


2. Studienfahrt Helgoland

Zu Beginn des zweiten Schuljahres findet im Rahmen des Lernfeldes 24 eine zehntägige Studienfahrt meist auf die Nordseeinsel Helgoland statt.  
Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung stellt Gastlabore und Forschungsmaterialen (Dredgefänge) zur Verfügung. Projektorientiertes Arbeiten an verschiedenen meeresbiologischen Themen steht dabei im Vordergrund. Führungen durch die Hummer - Aufzuchtstation, die Vogelwarte und die Bunkeranlagen stehen ebenso auf dem Programm, wie Wattwanderungen oder eine Bootsfahrt mit dem Forschungskutter „Uthörn“.
Die Unterbringung erfolgt im Gästehaus der Biologischen Anstalt Helgoland.


Betriebspraktikum

Um für die Abschlussprüfungen zur/m BTA zugelassen werden zu können, muss ein vierwöchiges (in der Regel 160 h umfassendes) Laborpraktikum in einem Betrieb absolviert werden. Für die BTA 11 findet dieses in den letzten 4 Wochen vor den Sommerferien statt.
Tipp: Die Schülerinnen und Schüler, die eine Doppelqualifikation anstreben, sollten (sofern sie in der Oberstufe kein solches Praktikum absolviert haben) die Zeit nach dem Abitur bis zum Beginn des neuen Schuljahres der  BTA 12 nutzen, um  diese Qualifikation nachzuweisen.
Über das absolvierte Betriebspraktikum müssen eine Praktikumsbescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt und ein Praktikumsbericht von 5 Seiten abgegeben werden. Dieser fließt in die Benotung (Lernfeld 24) mit ein.


Abschlussprüfungen

Am Ende des zweiten Schuljahrs finden Abschlussprüfungen in den Bereichen Biologie, Chemie, Mathematik und praktischer Laborarbeit statt.
Anschließend trägt man die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Biologisch-Technische Assistentin“ oder „Staatlich geprüfter Biologisch-technischer Assistent“.


Nach der Ausbildung

Als Biologisch-Technische/r Assistent/in hat man nach der Ausbildung unterschiedliche Möglichkeiten zur Weiterbildung sowie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Zusatzqualifikation (FOS)
Schüler mit Realschulabschluss können parallel zum 2. Ausbildungsjahr den schulischen Teil oder durch ein weiteres Jahr an der ARS den Gesamtabschluss der Fachhochschulreife erlangen.

Weiterqualifikation
Die Hochschule Fresenius bietet eine Fortbildung zum/r  Biotechniker/in (BT) an.
Außerdem besteht die Möglichkeit zum Einstieg in einen naturwissenschaftlichen oder medizinischen Studiengang. Dabei ist die BTA-Ausbildung nicht nur eine gute Grundlage für das Erlernen der Studieninhalte, sondern bietet auch die Möglichkeit in den Semesterferien im Labor zu arbeiten um das Studium zu finanzieren.

Arbeitsmöglichkeiten
- in Arbeitsgruppen von Universitäten, in den Fachbereichen Biologie, Chemie, Pharmazie, Medizin
- in Forschungslaboren oder Produktionsstätten der Industrie
- in staatlichen Einrichtungen, wie Hygiene-Instituten, Landesuntersuchungsämtern, ...
(Seitenende)




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