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Datum: 04.02.12

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Holz in Form – Jugendliche der EIBE II an der Adolf-Reichwein-Schule in Marburg entwerfen und bauen einen Konferenztisch 

Nicht nur in der Pädagogik orientiert man sich an den dänischen Produktionsschulen, auch in der Formgebung fand sich eine am dänischen Design angelehnte Lösung. Es wurde eine Herausforderung für die Klasse BVJ EIBE-II an der Adolf-Reichwein-Schule in Marburg: Ein knapp 4 m langer Konferenztisch für ein Sitzungszimmer sollte angefertigt werden. Passend zur vorhandenen Einrichtung: die Holzart Buche. Der Auftraggeber – die Schulleitung – hatte darüber hinaus schon Vorstellungen von der Form: ein modernes Design sollte es sein, etwas mit einer schwungvollen, dynamischen Linie. So machte man sich an die Planung. Die ovale Formgebung an den Seiten und leichte Rundungen an beiden Enden wurden mit flexiblen Schablonen im Maßstab 1:5 auf Zeichenpapier fixiert. In gleichmäßigen Abständen legte man ein Raster an, um die Konturen später maßstabsgerecht auf die Platte übertragen zu können.

Das Material war einfach zu beschaffen, zwei Küchenarbeitsplatten von 22 mm Dicke, 60 cm Breite und 4 m Länge wurden beim Holzhändler bestellt und mit einer Lamello-Verbindung in Längsrichtung mittig verleimt.

Die verleimten Platten

Wegen des großen Gewichts und den eingeschränkten Montagemöglichkeiten wurde die große Platte auf der Formatkreissäge in der Mitte quer geteilt. Im Hirnholz eingesetzte Holzdübel und unter der Platte angebrachte Eiche-Leisten mit einer Schraubverbindung gewährleisten eine exakte Mittenverbindung.

Bohren der Schraublöcher in die Eiche-Leisten

Das Kantenprofil sollte trotz der Größe eine gewisse Leichtigkeit vermitteln. Einen solchen Eindruck erreicht man durch ein nach unten abgeschrägtes Profil, das mit einer leichten Rundung mit einem Radius von ca. 4 mm in die Oberfläche übergeht. In der Regel werden solche Schrägen mit großen Fräsmaschinen angebracht, aber diese Möglichkeit hatte man nicht. Was also tun? Eine schräg eingestellte Stichsäge sollte mit der vorhandenen Plattenstärke fertig werden. Nach der Übertragung der Kontur vom Planraster auf die Platte mittels einer flexiblen Holzleiste begann der mühevolle Schnitt.

Übertrag des Rasters auf die Platte

Kleinere Unebenheiten der Kante wurden mit verschiedenen Schleifmaschinen beigearbeitet und auch die Rundung wurde in Handarbeit mit verschiedenen Körnungen von grob bis fein beigeschliffen. Die Schüler kamen dabei trotz winterlicher Werkstattkälte reichlich ins Schwitzen, lernten jedoch schnell, die Kraft ihrer Hände mit viel Gefühl für das Material zu einzusetzen und ihr Arbeitsergebnis fachlich fundiert zu begutachten.   

Bei den Schleifarbeiten

Nach diesem hart erarbeiteten Erfolgserlebnis konnte man mit den letzten Arbeiten an der Oberfläche beginnen. Der Buche-Optik fehlte dabei noch ein gewisser Pep, da war man sich schnell einig. Zudem war die mittlere Leimfuge über die gesamte Länge hin an einigen wenigen Stellen auffällig sichtbar. Schnell war die Idee geboren, einen mittleren Streifen in Längsrichtung einzulegen. Im Holzvorrat fand sich ein Stück Nussbaum, welches sich sehr gut dazu eignete, passende Leistenstücke anzufertigen. Die Oberfräse wurde mit einem Nutfräser bestückt und an einem Stahlprofil aus der Metallwerkstatt als Führungsschiene entlanggefahren. Die zugeschnittenen und an der Dickenhobelmaschine exakt ausgehobelten Leistenstücke wurden eingeleimt und nach kurzer Trocknungszeit mit der Oberfräse plan an die Oberfläche angepasst.


Jetzt konnten die Platten an der Bandschleifmaschine fein geschliffen werden. Die vom Auftraggeber gewünschte seidenmatte Lackierung wurde vom Kollegen Heinrich Hofemeister in der Malerwerkstatt aufgetragen. Die Arbeiten wurden mit der Endmontage durch die Schülergruppe abgeschlossen, die vom Schulleiter ein großes Lob und eine Spende in die Klassenkasse erhielten.    


Die fertig lackierte Platte


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