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Datum: 04.02.12

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Wir lassen´s knacken: Die Lernobjekte Nussknacker und Würfelbrett

Lernobjekte für die fortgeschrittenen Arbeiten an Kleinmaschinen, Training in der Holzwerkstatt der Adolf-Reichwein-Schule für den Umgang mit dem Werkstoff Holz, mit Holzwerkstoffen, Filz und ähnlichen Materialien.

Aus Lärchebohlen und Kiefer- bzw. Fichtebrettern werden an der Formatkreissäge Kanthölzer und Leisten zur Weiterbearbeitung an der Abricht- und Dickenhobelmaschine sowie Tischfräs­maschine zugeschnitten und dann die Rohlinge wiederum an der Formatkreissäge oder der Kappsäge auf Maß geschnitten. Unter Beachtung der gängigen Arbeits­schutzbestimmungen werden diese Arbeiten unter Anleitung und Aufsicht von Lehrer Rolf Daniel durchgeführt. Einige Schüler fertigen z.B. aus 25er Buche-Rundholz mit einem speziellen Holz­gewindeschneider Spindeln für die Nussknacker und andere schneiden Gewinde in die Rohlinge. Dann folgt die Bearbeitung der Kanten mit einer Oberfräse und ver­schiedenen Schleifpapieren.

Die Holzrohlinge lassen sich nach dem Schleifen auf vielfältige Weise ober­flächenbehandeln. Gute Wirkung erreicht man mit farbigen Beizen und ge­wachsten Oberflächen, aber auch Lacke (umweltfreundlich, wasserverdünnbar) lassen sich schnell und unproblematisch aufbringen. Hier ist der Spielraum für Phantasie und Kreativität der Jugendlichen groß. So ganz nebenbei werden Erfah­rungen mit den Produkten und ihren Verarbeitungsmöglichkeiten gesammelt. Bei beiden Produkten hat man sich für Öle und Wachse entschieden.

Die Arbeiten haben Bezug zu handwerklicher und industrieller Fertigung. Alle Arbeitsschritte lassen sich sowohl individuell als auch rationell organisieren.

Über den Einkauf der Rohstoffe bis hin zum fertigen Produkt lassen sich die Kosten über Rechnungen der Zulieferer (z.B. Sägewerk, Baumarkt) exakt er­mitteln. Alle Vorgänge werden den Jugendlichen transparent gemacht und in da­für vorgesehenen Unterrichtseinheiten (z.B. Mathematik) oder bei aktuellen An­lässen (z.B. Materialanlieferung oder Einkauf) aufgearbeitet. Damit wird ein weitgehend selbstbestimmter und praktischer Bezug zu den Inhalten ermöglicht und die Schaffung von Werten durch die Arbeit der Jugendlichen nachvollzieh­bar. Der erwirtschaftete Gewinn wird in Materialeinkäufe, in die Anschaffung von Werkzeugen und Kleinmaschinen und natürlich in ein Klassenfrühstück investiert.

Die fertigen Produkte werden vermarktet. Die Erfahrung, in einer Arbeitsgruppe Produkte hergestellt zu haben, die für andere Jugendliche oder Erwachsene einen hohen Gebrauchswert haben, stärkt das Selbstwertgefühl der Jugendlichen enorm und motiviert für weitere Projektarbeiten. Die Rundungen der Kanten und die Bohrungen, das Schneiden der Gewinde und der Gehrungen, die Oberflächenbe­handlung und viele andere Tätigkeiten fordern ein konzentriertes und exaktes Ar­beiten. Wenn die Teile nicht exakt zugeschnitten werden, passt nichts mehr zu­sammen. Fehlerhaftes Arbeiten wird unmittelbar erfahren. Nicht der Lehrer setzen hier Grenzen, sondern das Material und der geschickte und konzentrierte Umgang damit. Lernen wird zu einer Herausforderung am Material und der Her­stellung der Objekte. Alle Schüler versuchen, möglichst gute Produkte herzustel­len.

Solche Erfolgserlebnisse, verbunden mit einer positiven Selbsterfahrung, öffnen die Jugendlichen zunehmend für weitere Lernprozesse und fördern ihre Sozial­kompetenzen. Derart erworbene Kompetenzen ermöglichen die bewusste Wahr­nehmung eigener Stärken und Schwächen, lassen Achtung vor Stärken und Schwächen anderer zu. Mit zunehmender Routine bei Herstellung und Vertrieb erfahren die Arbeitsgruppen den Sinn zielgerichteter Planung und Arbeit sowie den Wert ihrer Arbeitsleistung.

Mit der Zeit erkennen die Jugendlichen, wo ihre Stärken im Fertigungsablauf lie­gen. Gegen Ende des Projekts bilden sich in der Regel spezialisierte Kleingrup­pen für bestimmte Tätigkeiten heraus. Fragestellungen zu den Ausbildungsmög­lichkeiten als Maler oder Schreiner deuten die individuellen Berufswünsche und Perspektiven der Jugendlichen an. 

Der Förderverein der Schule vermarktet diese Produkte regional. Interessenten können die sehr schönen und funktionalen Gebrauchsgegenstände auch direkt in der Schule zu günstigen Preisen erwerben.

Die Herstellung beider Produkte ist detailliert mit MS-Powerpoint dokumentiert (siehe auch dazu: „Medienkompetenz im BVJ“) und kann HIER (Nussknacker) und HIER (Würfelbrett) als PDF-File herunter geladen werden. 

Diese Unterrichtsprojekte stehen in Verbindung mit den Leitzielen des Schulprogramms der ARS, insbesondere mit Punkt 7. 


Impressionen von der Herstellung:

Bemaßung
Rohmaterial
Skizze Herstellung-1
Skizze Herstellung-2
Bohrung 1
Bohrung 2
Holzgewinde
Bohrung
Gewindeschnitt
Spindel
fertige Spindeln
Handschliff
Ölen
fertige Nussknacker
Zuschnitt Leisten
Zuschnitt Leisten
Aushobeln
Profil anhobeln
Profil
Profil mit Falz
Gehrungsschnitt
Leisten mit Gehrung
Verleimen
Verleimen
Verleimen
Rahmen+Wachs
Politur
Zuschnitt Boden
Leimauftrag
Filzauflage
Boden
Boden einleimen
... und los geht´s


PDF Version

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