Aus der Zusammenarbeit mit Einrichtungen außerschulischer Bildung, Betrieben, sozialpädagogischen Fachkräften und über die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen wurde das methodisch-didaktische Konzept der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung und der EIBE-Lerngruppen an der Adolf-Reichwein-Schule entwickelt und jeweils aktuellen Erfordernissen angepasst.
Man orientierte sich hierbei zunächst am Vorbild dänischer Produktionsschulen und bezog regionale Bedürfnisse und Anforderungen in das Ausbildungsprofil ein, in dessen Zentrum fächerübergreifende Projektarbeiten mit den Jugendlichen stehen. Der Unterricht bezieht sich meist auf realistische Arbeitsaufgaben aus der Berufswelt. Nicht selten werden von Lehrern und Schülern auftragsbezogene Projektarbeiten durchgeführt.
Es geht dabei darum, Lehr- und Lernsituationen mit einem Höchstmaß an „Ernstcharakter“ zu gestalten und Jugendliche in die Lage zu versetzen, für andere wertvolle Gebrauchsgegenstände herzustellen und dies mit Lernerfahrungen zu verknüpfen. Schülerinnen und Schüler sollen innerhalb eines Theorie/Praxis-Verbundes soviel wie möglich lernen und soviel wie notwendig dafür ist produzieren. Dabei entstehen auch Produkte oder Halbfertigerzeugnisse, die dann in der Marburger Produktionsschule weiter bearbeitet werden.
Die Schülerinnen und Schüler werden – soweit die Rahmenbedingungen dies erlauben - in die Bedingungen der realen Arbeitswelt einbezogen, erlernen Fertigkeiten und Kenntnisse in handwerklichen und teilrationalisierten Prozessen, werden mit eigenem und fremdbestimmtem Sozial- und Arbeitsverhalten, Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft konfrontiert, um den Anforderungen des Ausbildungs- und Beschäftigungs-systems näher zu kommen. Ziel ist es, Produkte herzustellen, die andere benötigen und wertschätzen. Durch die Mitwirkung bei der Kalkulation, der Planung, den differenzierten Prozessen bei der Fertigung und Endmontage wächst die Motivation der Jugendlichen, sich mit den Inhalten auf einer sehr unmittelbaren Ebene auseinander zu setzen, sich zu qualifizieren und damit wieder neu zu lernen. Solche Prozesse stärken das Selbstwertgefühl.
Berufliche Orientierung und Persönlichkeitsentwicklung sind die Basis für die Entdeckung des eigenen Willens und damit Grundlage für selbst bestimmtes Handeln. Möglichkeiten zum Erwerb des Hauptschulabschlusses sowie Hospitationen in verschiedenen Berufsfeldern und vollschulischen Ausbildungsgängen an der Adolf-Reichwein-Schule und anderen beruflichen Schulen der Region runden das Qualifizierungsangebot ab. Der methodische Ansatz von Lernen und Arbeiten im sozialen Zusammenhang ist die Grundlage für die berufliche Identitätsfindung, Persönlichkeitsentwicklung und ~stabilisierung.
Im berufsbildenden Lernbereich Metalltechnik werden bei der Herstellung von Lernobjekten bei Auftragsarbeiten unter fachkundiger Anleitung wie in einem Betrieb Werkstoffe auf Maß zugeschnitten, gebohrt, gefräst, verschweißt, geschliffen, lackiert und mit unterschiedlichsten Arbeitstechniken in Produkte mit hoher Qualität verarbeitet. Weitere Werkstoffe wie z.B. Glas, Kunststoff und Plexiglas werden auch verarbeitet. Zur Anwendung kommen im Gewerbe übliche Handwerkszeuge und Kleinmaschinen oder auch Spezialmaschinen und Geräte zum Schleifen, Fräsen, Biegen, Löten und Schweißen.
Der Erwerb fachtheoretischer und fachpraktischer Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Holz und Holzwerkstoffen wird ergänzend angeboten. Bei der Herstellung vermarktbarer Lernobjekte wie Bilderrahmen mit Kunstdrucken aus dem Kunstmuseum in Bonn, Labyrinthspielen aus hochwertigen Hölzern wie Nuss- und Kirschbaum, Würfelbrettern, Schachbrettern usw. werden Vollholz, Furniere und Holzwerkstoffe auf Maß zugeschnitten, ausgehobelt, gebohrt, gefräst, geschliffen, geölt, lackiert, gewachst und mit unterschiedlichsten Arbeitstechniken in Produkte mit hoher Qualität verarbeitet. Darüber hinaus werden weitere Werkstoffe wie z.B. Filz, Glas und Plexiglas verarbeitet. Zur Anwendung kommen im Gewerbe übliche professionelle Handwerkszeuge und Kleinmaschinen oder auch Spezialmaschinen wie eine Hoffmann- Schwalbenschwanzfräse.
Eine sozialpädagogische Fachkraft begleitet die Schülerinnen und Schüler insbesondere der EIBE Lerngruppen an der Adolf-Reichwein-Schule.
Das Konzept steht in Verbindung mit den Leitzielen des Schulprogramms der ARS, insbesondere mit Punkt 7.