Ausbildungsexperiment gelungen
Im Herbst 2007 fand in Neu-Ulrichstein eine Schulung zum Qualitätsmanagement für auszubildende Biologielaboranten statt.
„Eigentlich sollte nur eine alljährliche Weiterbildung für unsere Mitarbeiter/innen stattfinden“, erklärte Marlene Ebke. „Doch die Resonanz unserer Kooperationspartner in der Ausbildung - das Institut für Mikroökologie in Herborn, das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt in Dillenburg, das Hessische Landeslabor in Gießen und die Adolf-Reichwein-Schule in Marburg- auf eine Einladung zu unserer internen Fortbildung sprengte den üblichen Rahmen der Veranstaltung: über 20 Teilnehmer/innen: Schüler/innen, Studenten, Lehrer/innen, Ausbilder/innen und Auszubildende meldeten sich an.“
Das Konzept der Ausbildung wurde kurzer Hand neu gestaltet und die Anforderungen der Guten Labor Praxis, kurz GLP mit den Inhalten ökotoxikologischer Arbeit kombiniert. So begriffen die Teilnehmer/innen einerseits die theoretischen Inhalte - Grundzüge der GLP - direkt in der praktischen Anwendung in Rollenspielen und lernten zum anderen das Versuchs-Prinzip eines Single-Spezies Tests (Tests mit einzelnen Tier- oder Pflanzenarten mit Chemikalien) und einige Spezies dazu kennen. Langeweile kam nicht auf, denn auf Grund der Rollenspiele (Prüfleiter, Auditoren, Leiter der Prüfeinrichtung…) war jeder gefordert.
Die Abschlussbesprechung war trotz der intensiven Ausbildungsstunden sehr angeregt.
„40 Minuten Fragen und Antwort, derart engagierte Teilnehmer/innen erlebt man nicht oft. Gerade ein Thema wie Qualitätsmanagement hat selten so eingeschlagen. Wir werden diese Art der Fortbildung „Zwei in Einem“ (Qualitätsmanagement mit wissenschaftlich, technischen Inhalten kombiniert) weiter ausbauen. Auch das Testat spiegelte einen guten Ausbildungserfolg wieder.“ so Dr. Peter Ebke.
„Das Team des AZN (Ausbildungszentrum für Naturschutz für den Vogelsbergkreis) hat mit uns dieses duale System ausgearbeitet. Vor allem den pädagogischen Fähigkeiten dieses Teams ist der Erfolg der Schulung anzurechnen.“ erklärte M. Ebke.
Die Adolf-Reichwein-Schule Marburg und das Berufsfeldforum des Berufsfeldes Chemie, Physik und Biologie der Hessischen Berufsschulen hat dieses Konzept im Rahmen einer Sondermaßnahme des Hessischen Kultusministeriums zur Lehrerfortbildung in selbigem Bereich mit in die Lehrerfortbildung aufgenommen, so dass die Fortbildung mittlerweile bereits zwei weiter Male durchgeführt wurde.