Wegen dem starken antisimitischen Vorgehen im Laufe des Jahres 1935, hörten 8 jüdische Betriebe auf zu existieren und zwei weitere wurden arisiert, d.h. alle jüdischen Mitarbeiter wurden entlassen und Arier an ihrer Stelle in den Betrieb eingestetzt. Dabei ist zu bedenken, dass nur 46 jüdische Unternehmen insgesamt vor 1935 existierten. Die zehn noch existierenden Betriebe waren:
1. Das Schuhhaus Spinat:
Siehe Artikel "Die schwersten Ausschreitungen gegen Juden"
2. Der Damenschneidereibetrieb von Helene Stern im Haus Am Grün 44:
Sie ging mit ihrer Mutter, die noch im Mai des gleichen Jahres starb, nach Battenberg zu Verwante.
3. Das Immobilienbüro von Simon Ziegelstein:
Er zog mit seiner Frau Emilie nach Frankfurt und wanderte anschließend in die USA aus.
4. Die Mezgerei von Hermann Nassauer in der Barfußstraße 9:
Ab 1936 arbeitetet Hermann Nassauer noch einmal am Schlachthof, schaffte es aber im Jahre 1938 in die UAS auszuwandern.
5. Die En-Gros- Handlung für Schokolade und Süßwaren von Berthold Fürst in der Biegenstraße 29:
Seiner Familie gelang die Auswanderung nach Argentinien, wobei seine Firma von einem Zuckerware-Großhandel "arisiert" wurde.
6. Das Warenhaus Heineberg & Co. von Selmar Frank im Steinweg 2 1/2:
Zuvor war das Warenhaus sehr angesehen und hatte eine reiche Auswahl an Produkten. Nachdem jedoch Selmar Frank Konkurs anmeldete, versuchte er als Vertreter zu arbeiten. Nach dem Tod seiner Frau zogen er und sein Sohn in das Gettohaus Strauß in der Wettergasse 2. Zum Beginn des Krieges schaffte Herr Frank mit seinem Sohn die Emigration in die USA.
7. Das Korstetthaus Aron:
Es wurde arisiert und die Inhaberin Laura Aron wurde 1942 in dem Getto Theresienstadt gebracht und ermordet.
8. Das Etagengeschäfft für Wäsche, Textilien und Bestecke in der
Liebigstraße 21 von Hirsch Brender:
Er wanderte Ende 1935 nach Palästina aus.
9. Die Maklerfirma für Grundstücke und Immobilien in der Wörthstraße 20 von Levy Stern:
Hiebei muss jedoch bedacht werden, dass Levy bereits 80 Jahre als war und ihren Beruf ohnehin nicht mehr nachgehen konnte.
10. Das Handelgeschäft für Vieh und Manufakturwaren von Karl Baum in der Werderstraße 4:
Man hatte Karl Baum den Gewerbeschein entzogen.
Lucas Nahrgang, Marc Philipp und Sebastian Wagner